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Besichtigung der Biogasanlage in Lustadt

Im Rahmen einer Besichtigung machte sich der CDU Ortsverband Herxheim - Hayna am Freitag, den 19.10.2010 ein Bild über die Biogasanlage in Lustadt. Umweltbeauftragter Kurt Garrecht hatte zu diesem Besuchstermin eingeladen, um über den Stand der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen zu informieren. Diese soll nach dem Willen der Bundesregierung neben Wind- und Sonnenenergie eine tragende Säule der Energieversorgung der Zukunft darstellen. So sollen bis 2020 35% des Strombedarfes aus regenerativen Quellen kommen.


Schon die Fahrt durch das Eingangstor ließ jeden Gedanken an Grüne Nostalgie verschwinden. Stattdessen prägten 3 haushohe Gärtürme, sogenannte Fermenter sowie mannshohe Betonmauern das Bild. Hinter diesen werden 36.00m3 Maissilage gelagert, die stündlich den Bakterien in den Fermentern „gefüttert" werden. Beim „Verdauen" bzw. Abbau der Biomasse entstehen Methangas und Wärme. Zurück bleiben die unverdaulichen Pflanzenreste. Diese stellen in flüssiger und fester Form einen wertvollen organischen Dünger und Kompost dar, der wieder in den Kreislauf der nachwachsender Rohstoffe eingebracht werden kann.  Mit dem gesammelten Methangas wird in 2 Generatoren Strom erzeugt.


Sehr beeindruckend ist die Effizienz der Anlage, zumal die entstehende Abwärme für die Beheizung einer benachbarten Gärtnerei mit 6 ha Gewächshausfläche gebraucht wird. Lediglich in den Sommermonaten, erläuterte Betriebsleiter Haage, wenn die Gewächshäuser nicht beheizt werden müssen, wäre die bei der Gärung entstehende Abwärme noch verfügbar. Hier wäre man auf der Suche nach einem geeigneten Abnehmer, so der Betriebsleiter.


Ansonsten würde der erzeugte Strom ausreichen, um 4.000 Haushalte zu versorgen. Der erzeugte Strom ist „grundlastfähig", da das Biogas rund um die Uhr anfällt, also unabhängig ist von Windstärke oder Sonneneinstrahlung.


Insgesamt würden ca. 700 ha Ackerland benötigt, um die entsprechende Menge nachwachsender Rohstoffe in Form von Mais und Grünroggen anzubauen. Da sich die Anbauflächen von Kandel bis Edenkoben und der A65 bis nach Zeiskam verteilten, würde auch der Eindruck einer Maismonokultur vermieden, was auch dem Landschaftsbild dienlich ist. So müssen die Besucher des Handkeesfestes bei der Anreise mit dem Fahrrad auch in Zukunft nicht durch zig hektar große Maismonokulturen rollen. Natürlich bildlich gesprochen, da der Mais zu der frühen Jahreszeit noch nicht mannshoch gewachsen ist.


Erleichtert von dieser Vorstellung bedankte sich Kurt Garrecht im Namen des CDU Ortsverbandes bei dem Betriebsleiter Herrn Haage für die sehr informative Führung.

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